Rollenbahnen, Gurt- und Kettenförderer, Palettenfördertechnik, Vertikalförderer, Drehtische, Anbindungen an Hochregallager und fahrerlose Transportsysteme: Fördertechnik verbindet Maschinen zu Linien – und macht aus einzelnen CE-gekennzeichneten Maschinen eine Gesamtheit, für die jemand die Verantwortung übernehmen muss. 4S hat eine Vielzahl verketteter Anlagen begleitet, von der kleinen Palettenstrecke bis zur mehrstufigen Produktionslinie. Die Fördertechnik ist einer unserer Schwerpunkte in der Maschinensicherheit.

Verkettete Anlagen: die Gesamtheit von Maschinen
Sobald Förderer, Etikettierer, Verpackungsmaschine oder Palettierer steuerungstechnisch so verbunden sind, dass sie als Ganzes funktionieren, entsteht eine Gesamtheit von Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie bzw. ab 20.01.2027 Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Die CE-Kennzeichnung der Einzelmaschinen bleibt gültig – die Schnittstellen dazwischen, die gemeinsame Not-Halt-Struktur und die Zugänge zur Linie muss aber derjenige bewerten, der die Verkettung herstellt. In der Praxis ist das oft der Betreiber oder ein Anlagenbauer, der die Fördertechnik liefert. Werden dabei Bestandsmaschinen weiterverwendet, kommt die Umbaubewertung hinzu.
Typische Gefährdungen in der Fördertechnik
- Einzugsstellen zwischen Gurt und Trommel, an Umlenkungen, Antriebsrollen und Kettenrädern – die klassische Fördertechnik-Gefährdung, oft an unauffälligen Stellen.
- Quetsch- und Scherstellen an Übergaben, Hub- und Senkstationen, Drehtischen, Ausschleusern und Stoppern.
- Zugang in automatisierte Bereiche: Palettierer, Lagerzonen, Übergabestationen an Regalbediengeräte oder FTS – Schutzzaun, Schutztüren mit Zuhaltung und Materialschleusen mit Muting.
- Lange Förderstrecken: Erreichbarkeit von Not-Halt-Befehlsgeräten, Seilzugschalter, Wiederanlauf nach Staubeseitigung und Reinigung.
- Besteigen der Fördertechnik als vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung – bei Störungen die häufigste Unfallursache.
- Störungsbehebung im laufenden Betrieb: Betriebsarten, Tippbetrieb, Sichtkontakt zur Gefahrstelle.
Normen, mit denen wir arbeiten
EN 619 (Stetigförderer und Systeme für Stückgut), EN 620 für Gurtförderer im Schüttgutbereich, EN 617 und EN 618 für Lagerung und Übergabe von Schüttgut, EN 528 für Regalbediengeräte, EN ISO 3691-4 für fahrerlose Transportsysteme, EN ISO 13857 für die Sicherheitsabstände an Zäunen und Öffnungen, EN ISO 13855 für Lichtvorhänge und Muting, EN ISO 14119 und EN ISO 14120 für Schutztüren und Schutzzäune sowie EN ISO 13849-1 für den Performance Level der Sicherheitsfunktionen. Den Stand der harmonisierten Normen prüfen wir für jedes Projekt.
Beispiele aus unseren Projekten
- Erweiterung einer bestehenden Palettenfördertechnik um Drehtisch, Rollenförderer und Etikettierer: Abgrenzung der zugekauften Maschinen, Risikobeurteilung der neuen Gesamtheit.
- Portalroboter-Palettierlager mit Übergabe durch fahrerlose Transportfahrzeuge: Schutzzaun, Schutztüren mit Zuhaltung, Übergabestation als Materialschleuse.
- Bandanlage in der Metallverarbeitung mit Haspel, Richtmaschine und Presse aus dem Bestand und neuer Gesamtsteuerung: Umbaubewertung und CE-Konformität der Gesamtheit.
- Werkstückträger-Vereinzelungen und Montagelinien in der Fahrzeugproduktion.
- Schneid- und Konfektionierstraßen mit angebundener Fördertechnik sowie Anbindung von Produktionslinien an ein Hochregallager.
Unsere Leistungen für die Fördertechnik
Risikobeurteilung der Gesamtheit und der Schnittstellen, Sicherheitskonzept mit Not-Halt-Struktur, Schutzbereichen und Betriebsarten, PL-Berechnung der Sicherheitsfunktionen, Validierung vor Inbetriebnahme, Dokumentation und CE-Konformitätsbewertung – bei Neuanlagen als Gesamtpaket, bei Erweiterungen und Verkettungen von Bestand als Paket Umbaubewertung. Fördertechnik ist auch ein Themenblock unserer Workshops.
Sie planen eine Anlage, stehen vor einem Umbau oder brauchen die fehlende Konformitätsbewertung? Sprechen Sie mit uns – wir sagen Ihnen nach einem kurzen Gespräch, welcher Weg für Ihr Projekt der richtige ist.
